Schmerztherapie bei DORSALGIE
Schmerzbehandlung
bei
Dorsalgia
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Mit dem Begriff "Dorsalg ie" (lat. Dorsalgia) bezeichnet der Mediziner Schmerz en im Rückenbereich.
Hier erhalten Sie ausführliche Informationen über mögliche Ursachen für einen Rückenschmerz: http://www.xn--rckenschmerz-dlb.com (einfach anklicken).
Schmerztherapie bei
Dorsalgie (Dorsalgia):Grundsätzlich
muß zunächst versucht werden, durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) eine für
die geklagte Dorsalg ie (Dorsalgia) ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken.
Gelingt
dies, so wird diese zunächst kausal
(= entsprechend dem
Krankheitsbild) behandelt.
Wenn dennoch
Schmerzen verbleiben oder
keine eindeutige, spezifisch behandelbare Schmerzursache gefunden wurde, so
sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei
verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nunmehr nach dem Schmerz
und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten.
Eine länger bestehende Dorsalg ie erfordert praktisch immer eine
Kombination von verschiedenen Therapieverfahren.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung bei
Dorsalg ie:
Akut und subakut
können bei einer Dorsalg ie zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B.
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika)
bei Dorsalgia:
Infiltrative Lokalanästhesie (=
Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei
Dorsalgie:
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir belsäule
angrenzenden Mus kulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca.
5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die
gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Wird die Dorsalg ie
durch abgenutzte,
entzündliche oder irritierte
Intervertebralgelen ke (= kleine
Gelen ke zwischen den Wirbeln)
verursacht, sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen ke
erfolgversprechend. Kortison- Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Der
Beweis für ein "Facetten-Syndrom"
(= Schmerzstörung im Bereich der kleinen
Wirbelgelen ke) als Schmerzursache,
ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen
(= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten)
Facet ten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation
(= Verkochung / Zerstörung mit
Hochfrequenzstrom) der
Facet ten
sind bei einer Dorsalg ie
(Dorsalgia)
nicht gesichert.
Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte) Nervenblockade
n:Eine
Perid uralblockade (=
rückenmarknahe Betäubung) im
Bereich der Brus t- oder
Halswir belsäule erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse. Die
lumbale Periduralblockade (=
rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei
einer Dorsalg ie
eine sehr effektive
Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt
werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Anzeige "Dorsalgia" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn
eine Perid
uralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei
Mißbildungen, Zustand nach operativer Wir belsäulenversteifung usw.), bietet sich
besonders bei Störungen im Bereich des Pl exus
sacral is
(= Nervengeflecht im Bereich des Kreuzbeins)
die sog. Kaudalanäst hesie (=
rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kr euzbein hindurch)
an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der
Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung
weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B.
20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere Le ndenbereich
erreicht
werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei einer sehr schweren und
sonst kaum behandelbaren Dorsalgie kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden.
Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch
die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel
(= Lokalanästhetikum) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen.
Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig neben der Wir belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl. Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist bei Dorsalg ie
die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einer
Dorsalgie
empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls eine Dorsalg ie
lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einer Dorsalg ie
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber bei einer Dorsalg ie
die
heilgymnastische Therapie (auch
Rückenschule), da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
die Mus kulatur neben der Wir belsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine
kräftige/suffiziente Mus kulatur eine statische und dynamische Schwäche des
Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die
manuelle Therapie (Chirotherapie) Bei der Anzeige „Dorsalgie“
durchaus gute Erfolge aufzuweisen. Bei schmerzhaften degenerativen
(= durch Abnutzung hervorgerufenen)
Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen
(Thomalske 1991). Die
Magnetfeldtherapie
kann eine Dorsalgie
ebenfalls lindern.
Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig
sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von
übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. (Rückenschule)). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten
Übungen zur Lockerung der Mus kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln
wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei einer
Dorsalgie eine
sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären
Entspannung führen, ebenso Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale),
Bei einer ängerfristig bestehenden Dorsalgie ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Aktualisiert:
19.08.2006 k
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